Haltung

Erwarten Sie nicht von einem Pferd, das 21 Stunden des Tages auf einem weichen Untergrund steht (Sand, Einstreu, Weide…), Hufe zu bilden, die täglichen dreistündigen Ausritten auf hartem Untergrund mit hohem Abrieb standhalten. Die Huflederhaut erhält über die Medullae, die hohlen Zentren des Röhrenhorns, Informationen über den Untergrund und die Art und Ansprüche der Bewegung, für die es den Huf bilden soll. Halten Sie also Ihr Pferd auf einem Untergrund, der in Härte und Abrieb dem Untergrund ähnlich ist, auf dem Sie es später ausreiten wollen. Meist wird das eine Mischung sein aus harten und weichen, unebenen oder steinigen und planen Untergründen. Sonst geben Sie dem Fabrikationszentrum für den Huf quasi die falsche Spezifikation.  

Außerdem sollte sich das Pferd möglichst viel bewegen, um das Horwachstum anzuregen. Wenn es nur gelangweilt herumsteht, wächst ihm ein Huf, der genug Abriebfestigkeit hat für „gelangweilt herumstehen“, aber nicht für „über Feldwege durch den Wald fetzen“. Bieten Sie Ihrem Pferd also eine interessante Umgebung. Es wird nicht ausreichen, ihm einen Spielzeugball in den Paddock zu werfen - oder noch schlimmer: in die Ecke der Box zu hängen. Interessant heißt hier: ermöglichen Sie ihm seine natürlichen Verhaltensweisen. Ein Leben in der Box kommt einer Einzelhaft gleich. Pferde brauchen als Herden- und Fluchttiere die ständige Möglichkeit zu Körperkontakt mit Artgenossen, um sich sicher zu fühlen. Nicht sicher fühlen heißt Stress.  


Pferde wandern in Freiheit auf ihren Pfaden oder Wildwechselwegen von Aktivität zu Aktivität. Diese sind zum Beispiel:

  • Fressen, und das ca. 16-20 Stunden am Tag 
  • Trinken und Abkühlen am Wasserloch
  • Schatten oder Wind-/Regenschutz oder Sonne aufsuchen, je nach Tageszeit und Witterung
  • Wälzen in einer Staubkuhle oder Sandkuhle
  • Mineralreiche Erden oder Steine lecken
  • Hengste jagen andere Rivalen aus dem Umkreis ihres Harems, bis zu kilometerweit weg.
  • Herden treffen sich, damit die Hengste sich mit ihren Rivalen messen können. Eigene Töchter verlassen die Herde, andere Stuten werden dazu erobert.

 

 Sie ahnen es schon, die rettende Lösung lautet: Paddock Paradise...

Fotonachweis: 

Alle Fotos auf dieser Seite (Haltung) wurden von mir selbst im September 2015 in Nevada angefertigt.  Die Fotos dürfen nicht heruntergeladen und anderweitig verwendet werden ohne mein Einverständnis. Vielen Dank für Ihr Verständnis.